Stauden für trockenen Schatten und Baumscheiben
Der September gehört zu den besten Pflanzmonaten im Garten. Der Boden ist noch warm, die Temperaturen werden angenehmer und die Pflanzen können bis zum Winter ein kräftiges Wurzelsystem entwickeln. Besonders jetzt lohnt es sich, schwierige Gartenbereiche wie Baumscheiben oder trockene Schattenplätze dauerhaft zu begrünen.
Warum ist eine Baumscheibe so schwer zu bepflanzen?
Die Fläche unter einem Baum zählt zu den anspruchsvollsten Standorten im Garten. Hier treffen mehrere ungünstige Faktoren zusammen:
Deshalb versagen viele klassische Gartenstauden an diesem Standort. Mit einer durchdachten Pflanzenauswahl lässt sich jedoch auch eine Baumscheibe in einen attraktiven und pflegeleichten Gartenbereich verwandeln.
Robuste Stauden für trockenen Schatten
Folgende Stauden haben sich an schwierigen Standorten besonders bewährt:
- Trachystemon orientalis (Orientalischer Rauling)
Ein echter Geheimtipp für Baumscheiben. Bereits im zeitigen Frühjahr erscheinen seine intensiv blau-violetten Blüten, bevor sich die großen dekorativen Blätter entwickeln. Die kräftige Staude bildet mit der Zeit dichte Bestände und kommt hervorragend mit Wurzeldruck sowie trockenen Schattenbereichen zurecht. - Aster divaricatus (Weiße Wald-Aster, heute Eurybia divaricata)
Eine wertvolle Herbstblüherin für lichte Schattenbereiche. Ihre zahlreichen weißen Blüten erscheinen von August bis Oktober und bieten Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Sie verträgt Trockenheit deutlich besser als viele andere Astern und sorgt für Leichtigkeit in der Pflanzung.
Weitere bewährte Stauden sind:
- Elfenblume (Epimedium)
- Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum)
- Golderdbeere (Waldsteinia ternata)
- Waldseggen (Carex morrowii oder Carex oshimensis)
- Immergrün (Vinca minor)
Durch die Kombination verschiedener Blattstrukturen und Blütezeiten entstehen abwechslungsreiche Pflanzungen, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst attraktiv bleiben.

Pflanztipp für den September
Pflanze Stauden unter Bäumen möglichst zwischen den vorhandenen Wurzeln und verzichte auf tiefes Umgraben. Eine Gabe von hochwertiger Pflanzerde oder reifem Kompost verbessert den Start der Pflanzen. In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollte regelmäßig gewässert werden, bis die Stauden gut eingewurzelt sind. Eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus hilft zusätzlich, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Farbe im Frühling mit den geeigneten Blumenzwiebeln
Frühblühende Blumenzwiebeln sind die ideale Ergänzung zu schattenverträglichen Stauden. Sie treiben bereits aus, bevor die Baumkrone vollständig geschlossen ist, und nutzen das Licht des zeitigen Frühjahrs optimal. Nach der Blüte ziehen sie ein, während die Stauden ihr frisches Laub entfalten und die Fläche übernehmen.
Besonders gut geeignet sind:
- Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) – Einer der ersten Frühlingsboten und hervorragend zum Verwildern unter Laubbäumen geeignet.
- Krokusse (Crocus tommasinianus und Crocus vernus) – Blühen zuverlässig und vermehren sich mit den Jahren zu farbenfrohen Teppichen.
- Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum) – Sorgen mit ihren blauen Blüten für schöne Farbakzente im Frühjahr.
- Buschwindröschen (Anemone nemorosa) – Eine heimische Waldpflanze, die sich unter Laubbäumen mit der Zeit zu dichten Blütenteppichen entwickelt.
- Wild-Tulpen, beispielsweise Tulipa sylvestris, für lichte Gehölzränder und sonnigere Baumscheiben.

Fazit
Auch schwierige Standorte müssen nicht kahl bleiben. Mit robusten Stauden entstehen langlebige und pflegeleichte Pflanzungen, die selbst unter großen Bäumen zuverlässig gedeihen. Der September bietet die idealen Voraussetzungen, um diese Gartenbereiche neu anzulegen und ihnen dauerhaft Struktur, Blütenreichtum und ökologische Vielfalt zu verleihen.
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