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Gartentipps
1. September

2015

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Staude des Jahres 2015 Carex – die Segge

Wow, wie habe ich mich gefreut als die Japansegge als Staude des Jahres ernannt wurde.
Warum werden Sie sich fragen?
Weil ich seit Jahren Lobbyarbeit für die Gräser und insbesondere die Segge mache und nun das Gefühl habe, sie hat Ihren Platz auf dem Podest verdient.

„Ein Gras, das für Botaniker kein „echtes Gras“ ist, als Staude des Jahres? Was hat sich der Bund deutscher Staudengärtner denn dabei gedacht!“ Das könnte man im ersten Moment denken, denn prächtige Blüten oder einen zarten Duft sucht man bei der Gattung der Seggen (Carex) vergeblich. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch schnell klar, wie die Staudenprofis zu ihrer Entscheidung gelangt sind.

Seggen zählen schon lange zu den heimlichen Stars der Staudenszene, sei es im Garten, in öffentlichen Grünanlagen oder auf dem Balkon.

Kann ein Gras eine gute Figur haben?  
Jede Segge ist für sich ein kleines Kunstwerk und eine Schönheit. Die dreireihig angeordneten schmalen bis breiteren Blätter wachsen bogig überneigend. Sie bilden dichte Horste, dank derer sie als Einzelpflanze im Topf ebenso attraktiv aussehen wie am Beetrand oder mitten in der Rabatte. Und das, obwohl die Zwerge unter den Seggen gerade einmal 5-10 cm hoch werden, etwa die Haarstielige Segge (Carex capillaris). Selbst die gerne als „Riesen-Segge“ bezeichnete Hänge-Segge (Carex pendula), die mit ihren bis zu 120 cm hohen Blütenständen als eine der größten Carex-Arten gilt, ist im Gräserreich größentechnisch eher Mittelmaß. Dafür bietet die Gattung eine unglaubliche Palette an Grüntönen in allen nur erdenklichen Abstufungen. „Neben Gelbgrün und sattem Dunkelgrün bis hin zu Blau- und Graugrün gibt es auch rötliche Varianten, etwa die Sonne liebende Fuchsrote Segge, Carex buchananii. Am beliebtesten sind jedoch die dekorativ gestreiften Sorten. Die Weißbunte Zwerg-Segge (Carex conica ‘Snowline’) und die Japan-Gold-Segge (Carex oshimensis ‘Evergold’) punkten beispielsweise mit ihrem auffälligen Farbenspiel und sind noch dazu, wie viele Seggen, immergrün. Wie alle gestreiften und immergrünen Sorten mögen sie keine intensive Sommersonne und bevorzugen deshalb einen Standort im lichten Schatten von Gehölzen. Und genau deshalb ist sie „der Renner“ – sie kann sich wunderbar anpassen an die verschiedenen Standorte.

Sie zeichnen sich ebenso durch eine gute Forsthärte aus. Vor allem aber findet sich für nahezu jeden Platz eine Art, die dort hervorragend wächst. Die meisten Seggen bevorzugen frischen Boden, also ein gutes Mittelmaß an Feuchtigkeit, aber es gibt auch Arten für die Extreme. Die Sand- oder Nähmaschinen-Segge (Carex arenaria) hingegen – mancher Urlauber kennt sie sicher von den Dünen der Nord- oder Ostseeküste –  liebt trockene, durchlässige Standorte und durchzieht diese mit ihren Rhizomen in lang gestreckten Bändern, die einer Nähmaschinennaht ähneln.

Ein Standort – viele Seggen! Kontraste schaffen
Im Garten und in Grünanlagen haben Seggen vor allem deshalb viele Fans, weil zahlreiche Arten und Sorten selbst im tiefsten Schatten von Bäumen und Gehölzen noch gedeihen. Für Flächenpflanzungen kommen ausläuferbildende Exemplare wie die weißgestreifte Japan-Segge ‘Icedance’ (Carex morrowii ssp. foliosissima‘Icedance‘) infrage. Die meisten Arten setzen jedoch – mit etwas Abstand einzeln oder in losen Gruppen gepflanzt – mit ihrer klar strukturierten Form sowohl in puristisch gestalteten als auch in naturnahen Pflanzungen Akzente.

Carex statt Rasen
Im Schatten wollen Sie Rasen haben? Klar, das klappt nicht. Aber es gibt eine gestalterische Alternative mit der man die gleiche Anmutung erzielt. Oft laufe ich durch die Schattengärten und es soll eine ruhige Fläche entstehen die „aussieht wie Rasen“. Deshalb habe ich zwei Sorten selbst in mehrjähriger Beobachtung dort gepflanzt, wo sonst sonst ein Rasen stand: Carex umbrosa und Carex plantaginea – die Schattensegge. Beide Arten eignen sich hervorragend im Schatten an der Nordseite. Jedoch darf man sie nicht betreten und dort Fussball spielen –sie sind nur was für’s Auge!

Pflegetipps
Seggen (Carex) sind ausgesprochen robust und langlebig. Wer eine zum Standort passende Art gewählt hat, muss sich um die Pflege keine größeren Gedanken machen. Wo Seggen unter Gehölzen wachsen, genügt es oft schon, das im Herbst herabfallende Laub liegen zu lassen, sodass es sich zu wertvollem Humus umwandeln kann. Ein Rückschnitt ist oft nicht erforderlich.
Der vielleicht wichtigste Pflegetipp betrifft die vielen wintergrünen Arten, die selbst mit glitzerndem Raureif überhaucht in Beet und Balkonkasten die Stellung halten. Insbesondere Seggen in Pflanzgefäßen sollten an frostfreien Tagen von Zeit zu Zeit gegossen werden. Da sie ihre Blätter behalten, benötigen sie auch im Winter ausreichend Feuchtigkeit. Braune Blätter sind in der Regel nicht nur Kälte- sondern vor allem Trockenschäden. Wichtig zu wissen ist: „Seggen vertragen keinen Rindenmulch. Sie faulen an der Oberfläche.

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