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Gartentipps
27. Juni

2014

waessern

Sommerzeit – Richtig Wässern

Sommerzeit – Richtig Wässern

Wer Pflanzen in seinem Garten bestens mit Wasser versorgen will, hat einiges zu beachten. Auch kleine Fehler können Schäden anrichten. Aber wie oft sollte man gießen? Welche Pflanze braucht wie viel und wie erkenne ich den Bedarf ?

Wann gießen?

Morgens ist die beste Zeit, seine Pflanzen zu gießen. Weil es noch kühl ist, kann das Wasser tiefgründig in den Boden durchdringen und gelangt dort bis zu den Wurzeln. In der Mittagszeit würde ein Großteil der Flüssigkeit verdunsten. Experten haben errechnet, dass bei klassischem Gießen mit Kanne und Schlauch zur falschen Tageszeit bis zu 90 Prozent des Wassers verschwendet werden. Mittags besteht zudem die Gefahr, dass die Tropfen auf den Blättern in der Sonne wie ein Brennglas wirken und die Pflanzen verletzen. Abendliches Gießen ist auch nicht zu empfehlen, weil durch Feuchtigkeit verstärkt Schnecken angelockt werden. Da die Blätter außerdem über Nacht nass bleiben, finden Pilzkrankheiten ideale Bedingungen vor.

Wie gießen?

Um Tropfen auf den Blättern zu vermeiden, sollte man zum Wässern von Stauden und Gehölzen nicht den Rasensprenger verwenden. Mit dem Schlauch gelingt es leichter, nur die Erde zu benetzen. Hier am besten komplett bodennah den Schlauch in die Mitte der Pflanze halten –genau da wo die Pflanze das Wasser braucht.

Pflanzen nicht überversorgen

Wer seine Pflanzen durch häufiges Wässern zu sehr verwöhnt, macht sich selbst unnötige Arbeit. Schlauer ist es, Rosen, Oleander und Co. zu genügsamen Trinkern zu „erziehen“. Deshalb ist es besser, erst dann zu gießen, wenn die Pflanzen kurz davor sind, ihre Blätter hängen zu lassen. Auf diese Weise werden die Gartengewächse gezwungen, viele und lange Wurzeln zu bilden die sich die benötigte Flüssigkeit aus der Erde holen. Das macht die Pflanzen robust und kann dazu beitragen, dass Blumen länger blühen und widerstandsfähiger werden für den Winter.

Welche Pflanze braucht wie viel Wasser?

Je nach Gattung und Standort gibt es große Unterschiede im Flüssigkeitsbedarf der Pflanzen. Generell brauchen Pflanzen an sonnigen Plätzen mehr Wasser als Schattengewächse. Besonders durstige Arten sind zum Beispiel die Engelstrompete und die Fuchsie. Blumen, die Sie gerade erst gepflanzt haben brauchen bei Sonnenschein, in den ersten Wochen fast täglich Wasser. Aber die Pflanzen nicht übergießen, man sollte immer die Fingerprobe machen: Ist der Boden in 2-3 cm Tiefe trocken, dann wässern, ist er nur oberirdisch trocken, dann noch einen Tag warten. Nur so wird sichergestellt, dass sie reichlich Wurzeln bilden.

Faustregel: Große Blätter bedeuten großen Durst

Als Faustregel für die Gießmenge gilt: Je größer die Blätter, desto höher der Wasserbedarf. Mediterrane Pflanzen sind es hingegen gewöhnt, mit wenig Feuchtigkeit auszukommen. Sie überstehen auch einige trockene Tage. Südländische Kräuter, wie Salbei, Thymian und Rosmarin sollten ebenfalls nicht zu oft gegossen werden. Am besten wartet man, bis die Erde ausgetrocknet ist und gießt dann reichlich.

Rasen wässern wenn es heiß ist

Ein kleiner Tipp zur richtigen Menge: „Stellen Sie ein leeres Marmeladenglas auf den Rasen“, rät Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. „Dann starten Sie den Sprinkler.“ Steht das Wasser in dem Glas rund 1,5 Zentimeter hoch, haben die Halme ausreichend abbekommen. Selbst nach einem Gewitterregen wird am besten nachgegossen. Denn der Schauer befeuchtet oftmals nur die Erdoberfläche.

Balkonpflanzen brauchen eine Extraportion

Balkonpflanzen brauchen öfter eine Dusche als Beete oder Büsche, weil sie weniger Erde umgibt, die das Wasser speichert. Deshalb: Bei Hitze unbedingt täglich wässern. Töpfe aus Kunststoff sind zwar nicht so ansehnlich wie Terracotta-Kübel, heizen sich dafür aber nicht so schnell auf und speichern weniger Hitze. Wer wenig Zeit hat, kann Blumenkästen mit eingebauten Bewässerungssystemen kaufen. Der Füllstandanzeiger kann beim Gießen eine große Hilfe sein, wenn man sich unsicher ist, ob die Pflanze genug hatte. Bei allen Arten von Töpfen ist es wichtig, dass sie Löcher besitzen.

Automatische Bewässerung

Wer sich das manuelle Wässern ersparen will, installiert eine Bewässerungsanlage. Durch eine Tröpfchenbewässerung über ein Schlauchsystem gelangt die Feuchtigkeit direkt an die Pflanze. Wird es über einen Computer mit Zeitschaltuhr gesteuert, bereitet ein Gießen in den frühen Morgenstunden oder in der Nacht keine Mühe.

Speziell für Rasenflächen bieten sich unterirdisch arbeitende Systeme an, die beim Mähen nicht stören. Ein professioneller Einbau verursacht dabei so gut wie keinen Flurschaden und zeigt innerhalb kurzer Zeit den gewünschten Erfolg. Aber einfach zurücklehnen geht nicht, denn die Pflanzen brauchen trotz Bewässerungsanlage eine manuelle Kontrolle.

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