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Gartentipps
31. Juli

2019

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Coole Haustiere – Wurmkiste im Wohnzimmer

Wie man Regenwürmer selbst züchtet

Immer mehr Menschen möchten ihre Küchenabfälle nicht einfach nur wegschmeißen, sondern sie möchten sie gern selber nutzen. Doch wie kann man die Abfälle sinnvoll kompostieren und in wertvolle Erde verwandeln, wenn man keinen eigenen Garten hat oder nur sehr wenig Platz zu Verfügung hat. Die Lösung ist eine Wurmfarm zu bauen oder zu kaufen. Sie ermöglicht die Kompostierung von Küchenabfällen auf kleinsten Raum. Wenn man dann auch noch zufälligerweise gern angelt, hat man einen doppelten Nutzen von der Wurmfarm. Kompost und Würmer zum Angeln.

Was ist eine Wurmfarm?
Eine Wurmfarm ist das Zuhause von Würmern und der Ort, wo sie aus Küchenabfällen wertvollen Humus machen. Sie besteht meist aus 3- 4 Ebenen, am besten aus Kisten, die sich leicht ineinander stapeln lassen. Die unterste Ebene sollte idealerweise einen kleinen Ablauf haben, denn dort wird die Flüssigkeit, der sogenannte Wurmtee, gesammelt. Durch den kleinen Ablaufhahn kann man diesen Wurmtee gut herauslaufen lassen. Die nächste Kiste wird auf die unterste Kiste gestellt und mit unbehandelter feuchter Erde und ein paar Küchenabfällen befüllt. Zum Auflockern der Erde kann man zerkleinerten und feuchten Pappkarton nutzen. Bei den Küchenabfällen sollte man darauf achten, dass man kein Fleisch, Fisch und Zitrusfrüchte verwendet. Würmer mögen sehr gern zum Beispiel gebrauchte Kaffeefilter mit dem Kaffeesatz. In diese Etage kommen auch die Würmer rein. Die nächste Kiste wird auf die Kiste mit den Würmern gestellt. In diese kann man nach 3-6 Monaten frische Küchenabfälle hineintun und die Würmer wandern nach oben und beginnen die neuen Abfälle zu verwerten. Natürlich müssen die beiden Kisten jeweils Löcher im Bodenbereich haben, damit die Würmer hinaufwandern können und etwaige Flüssigkeiten in die unterste Ebene fließen können. Wenn diese Kiste wieder gut mit Wurmhumus gefüllt ist, stellt man die 3. Etage auf die 2. Etage und füllt diese wieder mit Küchenabfällen. Die Würmer kriechen in die nächste Kiste und so kann man den Wurmhumus aus der 1. Etage wunderbar einfach ernten. Wenn man diese Kiste gereinigt hat, kann man sie einfach wieder oben drauf stellen. Ein ständiger Kreislauf beginnt.

Welche Würmer eignen sich am besten für eine Wurmfarm?
Hat man sich dazu entschlossen eine Wurmfarm zu errichten muss man sich mit der Frage beschäftigen, welchen Würmern man ein zuhause bieten möchte. Am besten geeignet für eine Wurmfarm ist der Kompostwurm Eisenia foetida. Dieser Wurm frisst jeden Tag ca. die Hälfte seines Körpergewichts und vermehrt sich auch sehr schnell. Bei der Vermehrung der Würmer spielt die Temperatur eine große Rolle. Sehr gut geeignet ist auch der Eisenia hortensis. Er vermehrt sich nicht ganz so schnell wird jedoch größer als der Kompostwurm und frisst mehr Futter. Würmer können bis zu 10 Jahre alt werden.

Welcher Standort ist für eine Wurmfarm am besten geeignet?
Bei der Wahl des Standortes für eine Wurmfarm sollte man bedenken, dass Würmer sehr lichtscheu sind. Deshalb sollte man möglichst einen dunklen Platz suchen und die Wurmfarm vor Sonnenlicht schützen, damit sie nicht austrocknet oder zu heiß wird.
Wer draußen keinen Platz findet, kann die Wurmfarm gut im Keller unterbringen oder sogar in der Küche einen kleinen Platz finden, denn bei einer gut gepflegten Wurmfarm gibt es keine unangenehmen Gerüche. Idealerweise liegt die Temperatur bei 15 – 25 Grad Celsius.

Was möchten Würmer fressen?
Würmer benötigen zerkleinertes Material, da sie keine Zähne haben. Je abwechslungsreicher das Futterangebot ist, desto wertvoller wird der Wurmhumus. Gern angenommen werden Obst- und Gemüseabfälle, außer Zitrusfrüchte, Kaffeesatz und Teebeutel. Ungeeignet sind Fleisch und Molkereiprodukte. Zu empfehlen sind auch Brotreste und Haferflocken. Zum Auflockern eignen sich zerkleinerte Zeitung, Eierpappe oder Karton. Das wird angefeuchtet und dem Küchenabfall beigefügt. Ab und zu sollte man das Futter für die Würmer mit Wasser besprühen, damit der Feuchtigkeitshaushalt gewährleistet wird. Würmer atmen über die Haut und ihre Umgebung muss dementsprechend feucht gehalten werden. Überschüssige Feuchtigkeit kann über die Löcher im Boden der Kisten nach unten ablaufen.

Wie kann man eine Wurmfarm pflegen?
Auch wenn die Wurmfarm einfach zu pflegen ist, benötigt sie doch etwas Aufmerksamkeit. Temperatur, Feuchtigkeit und Futter müssen in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Auch die Anzahl der Würmer sollte man im Auge behalten, denn sie vermehren sich relativ leicht und schnell. Den Winter über müssen die Kisten frostsicher untergebracht werden.

Was ist Wurmtee und wofür wird er genutzt?
Wurmtee ist die Flüssigkeit, die sich im untersten Behälter sammelt. Diesen Wurmtee sollte man einmal im Monat kontrollieren und bei Bedarf ablaufen lassen. Er eignet sich hervorragend als Dünger und natürlichem Pestizid. Auf alle Fälle sollt er in einem Verhältnis 1:10 (1 Teil Wurmtee : 10 Teile Wasser) verdünnt werden. Die Nährstoffe sind auch in dem verdünnten Zustand ausreichend für die Pflanzen vorhanden.

Fazit
Immer mehr Menschen möchten in ihrer Stadtwohnung ein bisschen Natur haben und das so natürlich wie möglich. Viele möchten ihre Küchenabfälle nicht nur in die Biotonne werfen, sondern sie sinnvoll nutzen. Eine Wurmfarm ist hierfür die beste Möglichkeit. Man kann auf kleinsten Raum seine Abfälle kompostieren und erhält so guten und nährstoffreichen Wurmhumus für seine Blumen und Balkonpflanzen. Aber auch für den kleinen Garten eignet sich die Wurmfarm hervorragend. Wenn man nicht nur ein Gartenfreund ist, sondern auch noch gern angelt, kann man seine Wurmfarm doppelt nutzen. Als Kompost für den Garten und als Wurmlieferant für die Angelrute.

Quelle/Anhang/Nähere Infos:
https://wurmkiste.at
http://www.regenwuermer.info/regenwuermer-zuechten/wurmfarm.php